• Ich vermisse meine Kinder nicht

Ich vermisse meine Kinder. Nicht

Oft höre ich von anderen Müttern: “Was, Du verreist alleine für das ganze Wochenende? Ohne Deine Kids? Das könnte ich nicht! Ich würde meine Kinder zu sehr vermissen!”. Und ich? Ich vermisse meine Kinder nicht. Wirklich nicht! Ist es schlimm? Meiner Meinung nach – nicht. Und ich erkläre Euch auch gleich warum.

Alleine unterwegs macht mich glücklich

Ich liebe meine Kinder über alles! So, wie sie sind. Ich verbringe sehr gerne meine Zeit mit ihnen, höre zu, wie sie etwas erzählen, male mit ihnen oder lese ihnen etwas vor. Aber genau so gerne mache ich meine eigenen Sachen. Und zwar alleine! Ich genieße meine kleinen Auszeiten und kurzen Wochenenden-Trips total: den Besuch bei Freunden in Hamburg, den gemeinsamen Geburtstag mit meiner Schwester in London oder Berlin, die Kommunion der Nichte in Warschau, das Treffen mit der deutschen Minderheit in Polen, die Hochzeit des Cousins in Bellinzona oder die Pressereise nach Rom. Das sind nur ein paar Beispiele der Reisen, als ich alleine für 2-3 Tage (oder besser gesagt: 2-3 Nächte) unterwegs war. Selbst eine ganze familienfreie Woche zu Hause tat mir gut, auch wenn es letztendlich ohne Familie etwas langweilig war 😉

Und wenn ich tatsächlich alleine verreise oder jemanden besuche, bin ich nicht traurig, dass ich meine Familie nicht sehe. Ich denke an sie, vermisse sie aber nicht. Denn ich weiß, den Kindern geht es auch ohne mich gut – das haben wir als Familie bereits gelernt!

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Wenn ich nicht da bin, bleiben die Kids normalerweise mit meinem Mann zuhause. Und der Papa ist der beste “Betreuer”, den sie haben können. Nicht nur, weil er – genau wie ich – die erste Bezugsperson für die Kinder ist, sondern auch, weil er in der Lage ist, alle Haushaltsaufgaben für zwei Personen zu übernehmen. Und ich meine nicht nur Frühstück vorzubereiten, Wäsche zu machen oder Kinder zu einer Geburtstagsfeier zu bringen – na gut, bis auf Vorbereitung der Kinderkleider macht mein Mann alles mit links 😉 Es geht auch um “sensiblere” Themen, wie Haare waschen, ins Bett bringen oder Fingernägel schneiden, die bei vielen Familien ausschließlich in der Verantwortung eines Familienmitglieds liegen. All das haben wir uns über die Jahre erarbeitet. Und wir schenken uns dabei ganz viel Vertrauen und Zuversicht, dass jeder von uns aus der Situation das Beste ausmacht! Ich bin meinem Mann sehr dankbar dafür, dass er mich so gut versteht und einsieht, dass ich ab und an eine Familienpause brauche. Es ist für mich befreiend und mental sehr erholsam!

Aller Anfang ist schwer

Am Anfang war für mich ausgehen ohne Kinder eine reine Katastrophe – sie haben geschrien (mind. ein Kind!), wollten mich nicht loslassen und verlangten, dass ich bei ihnen bleiben. Das waren sehr schwierige Momente und ich machte mir oft Vorwürfe, dass ich meine eigenen Sachen vorziehen. Aber dann dachte ich mir: “Hey, sie bleiben doch mit ihrem Vater, der sie genau so lieb hat, wie du!”. Und diese kleinen “Me Time”-Momente bereiteten die ganze Familie für etwas längere Pausen, wie eben meine alleinigen Wochenenden “irgendwo in Europa” vor. Mit der Zeit lernte ich auch, mich dabei zu entspannen und nicht mehr stündlich anzurufen 😉 Als meine Kinder ganz klein waren, genoss ich kleine Dinge meiner Auszeit: mal wieder Kleider zu tragen, ohne dass jemand mir dabei die Strumpfhose kaputt macht, mich länger als fünf Minuten schminken zu können oder nicht 100 Mal pro Stunde das Wort “Mama?!?” zu hören. Jetzt sind meine Jungs bereits 4 und 6 Jahre alt und viele solcher “Probleme” sind verschwunden. Nichtsdestotrotz bin ich während meiner Auszeit einfach glücklich, mich mal 100% und unbeschwert auf etwas anders konzentrieren zu können. Dankbar dafür, dass ich in diesem Moment die Verantwortung nur für mich selbst übernehmen muss.

Sicherlich ist unsere 1,5-jährige Wochenende-Beziehung auch ein Grund, dass ich diese familienfreien Momente noch mehr zelebrierte und genoss. Aber selbst jetzt, da wir alle wieder zusammen sind, erlaube ich mir immer wieder kleine Auszeiten zu nehmen, wie z.B. das letzte Mal: ein langes Wochenende in München. Denn diese Zeit gibt mir mentale Kraft und ein wenig Distanz, um meinen Alltag zu verarbeiten und kleine Dinge im Leben besser wahrzunehmen.

Und nach einer längeren Pause freue ich mich natürlich sehr, meine Kinder wiederzusehen! Ihr Lachen, der Duft ihrer Haare, die warme Umarmung – es ist so schön, all das wieder zu spüren. Aber ich vermisse sie nicht, weil vermissen in dem Fall eine besondere Unzufriedenheit bedeuten würde. Und ich bin nur glücklich, dass ich mich in dieser kurzen Zeit ausschließlich meinen Dingen widmen und mich von meinem Alltag etwas distanzieren kann. Glücklich, weil ich weiß, dass mich nach meiner Rückkehr zwei zufriedene, ausgetobte und neugierige Kinder erwarten!

Geht es Euch ähnlich oder ist bei Euch der Trennungsschmerz so  groß, dass Ihr Eure Auszeiten nicht wirklich genießen könnt?

PS. Alle Fotos in diesem Beitrag wurden bei meinen familienfreien Reisen gemacht.

By |Wednesday, November 1, 2017|Categories: Familie|Tags: |0 Comments

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